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Los geht's

Der schwierige Spagat zwischen Schule und Leistungssport

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Ein guter Schulabschluss braucht Zeit, Sport auf höchstem Niveau auch. Damit das eine das andere nicht ausschließt, gibt es Schulen wie das Landrat-Lucas-Gymnasium in Leverkusen.

Dort arbeitet auch Amelie Berger an ihrem Abitur - und an ihrer Handballkarriere.

Eine multimediale Reportage über ausgefallene Stunden, ein Leben fernab der Heimat - und einen prominenten Ernstfall.

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Amelie Berger

Amelie Berger ist 18 Jahre alt und ein hoch gehandeltes Handballtalent. Einen Vertrag im Bundesligateam vom TSV Bayer 04 Leverkusen hat sie schon. Das nächste Ziel der Rechtsaußen-Spielerin: die Qualifikation für die WM 2018 mit Deutschlands U20.

Um sich ihre sportlichen Träume zu erfüllen, ist Amelie bereits mit 15 Jahren aus ihrem Elternhaus in Zweibrücken ausgezogen. Seitdem geht sie in Leverkusen zur Schule - und lebt fast 300 Kilometer weit weg von Zuhause.

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Früher Abschied

Amelie Berger über ihr Leben fern der Heimat

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Das Landrat-Lucas-Gymnasium

Hier geht Amelie in die 12. Klasse: das Landrat-Lucas-Gymnasium in Leverkusen-Opladen. Es ist Teil eines Netzwerks, das junge Sportler unterstützt. Dazu gehören auch zwei Berufskollegs, eine Real- und eine Hauptschule. Sie kooperieren eng mit finanzstarken Partnern aus dem Sport: dem TSV Bayer 04 Leverkusen mit seinem Sportinternat und den Fußballern von Bayer 04.

Die Leistungssportler haben am Landrat-Lucas-Gymnasium Möglichkeiten, die sie an einer normalen Schule nicht hätten - zum Beispiel morgendliche Übungseinheiten im schuleigenen Kraftraum.

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Krafttraining statt Unterricht

Amelie über ihre Trainingsmöglichkeiten am Vormittag

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Das Landrat-Lucas-Gymnasium ist mit mehreren sportbezogenen Titeln ausgezeichnet worden:

- Eliteschule des Sports (Deutscher Olympischer Sportbund, DOSB)
- Eliteschule des Fußballs (Deutscher Fußball-Bund, DFB)
- NRW-Sportschule (Land NRW).

Die Verbände und das Land NRW steuern Geld und anteilige Lehrerstellen bei. Dadurch kann die Schule ihren Leistungssportlern zum Beispiel den zusätzlichen Nachmittagsunterricht bieten - manchmal auch Einzelstunden am Wochenende oder in den Ferien.

Das Gymnasium hat 1.650 Schüler, gut 170 davon sind angehende oder aktuelle Leistungssportler. Bis zur Stufe neun bilden diese jeweils eigene Klassen mit etwa 28 Schülern. In den Kursen der Oberstufe mischen sie sich mit den anderen Schülern.

Das Zusammenleben braucht Kommunikation - eine der Hauptaufgaben von Jutta Wellmann, die den Sportzweig koordiniert. 

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"Ein 60-Stunden-Job"

Jutta Wellmann, Koordinatorin des Sportzweigs am Landrat-Lucas-Gymnasium, über den Alltag der Leistungssportler.

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Fotos der Internatschüler in Leverkusen

Ein wichtiger Bestandteil des Fördersystems in Leverkusen ist das Sportinternat. Träger ist der TSV Bayer 04, aus dessen verschiedenen Abteilungen die Internatsschüler stammen.

Schlafplätze gibt es dort zwar noch nicht, eine entsprechende Erweiterung ist erst in Planung. Wer nicht zu Hause wohnt, lebt in Gastfamilien oder in sozialpädagogisch betreuten WGs. Amelie wohnt zum Beispiel mit einer Leichtathletin zusammen.

Aber Amelie und Co. verbringen die meisten ihrer Nachmittage im Internat und nutzen dessen Leistungen. Die Leiterin Steffi Nerius, Speerwurf-Weltmeisterin 2009 und früher ebenfalls Internatsschülerin, erklärt das Angebot.

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"Den Tagesablauf entschlacken"

Leiterin Steffi Nerius über das Angebot des Sportinternats

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Kai Havertz

Das Landrat-Lucas-Gymnasium hat bereits mehrere prominente Sportler hervorgebracht: Basketballer Detlef Schrempf, Stabhochspringer Danny Ecker oder Beachvolleyballerin Sara Goller zum Beispiel. Dazu Fußballer wie Knut Reinhardt, René Adler oder die aktuellen Bayer-Talente Benjamin Henrichs und Kai Havertz.

Letzterer hat im März 2017 für Schlagzeilen gesorgt - und gezeigt, dass Schule und Leistungssport trotz aller Bemühungen manchmal eben doch nicht zusammenpassen. Im Alter von 17 Jahren hatte er die Chance, ein Champions-League-Achtelfinale zu bestreiten - bei Atlético Madrid im legendären Estadio Vicente Calderón. Doch Havertz blieb zu Hause - wegen einer anstehenden Prüfung.

Sportzweig-Koordinatorin Jutta Wellmann erklärt, wie die Entscheidungsfindung in solch einem Fall abläuft.

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Der Fall Havertz

Sportzweig-Koordinatorin Jutta Wellmann über den "korrekten Schüler" Kai Havertz.

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Havertz hat jetzt das Abitur in der Tasche - und einen Profivertrag bei Bayer bis 2022. Für den gebürtigen Aachener zahlt sich der Fokus auf den Leistungssport auch finanziell bereits üppig aus.

Aber für Amelie? Als Handballerin wird sie nie viel Geld verdienen. Hinzu kommen die Kosten fürs Internat und das WG-Zimmer - denn nicht alles wird übernommen.

Warum tut sie sich den Stress trotzdem an?

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"Das ist unbezahlbar"

Amelie Berger über ihre Motivation für den Leistungssport

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Amelie Berger
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