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Deutsches Tischtennis-Internat – Die Kaderschmiede des DTTB

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Dimitrij Ovtcharov und Ricardo Walther haben es schon geschafft. Sie haben das Sprungbrett Deutsches Tischtennisinternat (DTTI) genutzt und sich von dort aus in die deutsche und sogar in die Weltspitze des schnellen Rückschlagsports katapultiert. Doch die beiden WM-Starter sind nur zwei von vielen in Düsseldorf geförderten Talenten.

Denn die nächsten jungen Spieler stehen schon in den Startlöchern. Momentan wohnen zehn Jugendliche in der Düsseldorfer Talentschmiede. Sie verbindet ihre Leidenschaft für den kleinen weißen Kunststoffball und der Traum, einmal wie Boll, Ovtcharov oder auch Walther bei einer Weltmeisterschaft für Deutschland zu spielen. Eine Reportage über das Leben und Trainieren unter optimalen Bedingungen. 

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"Die Härte im Leben kennengelernt"

Nationalspielerin Yuan Wan über die Rolle ihrer Internatszeit für Ihre sportliche Entwicklung.

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Der Weg zum Traumberuf Tischtennisspieler ist lang. Die Anforderungen sind hoch. Yuan Wan, 20 Jahre jung und inzwischen Mitglied der deutschen Frauennationalmannschaft, erinnert sich noch gut an den anstrengenden Alltag im Internat. Schließlich ist sie noch nicht allzu lange aus dem DTTI ausgezogen. Aber das viele Training ist nötig, um auch international zu den Besten zu gehören.

Häufig stoßen die jungen Spieler in ihren Heimatvereinen aber an zeitliche Grenzen. Die Wege zum Training sind lang und auch die Kooperation mit der Schule ist oft schwierig. Schließlich verpassen die Athleten durch Lehrgänge und Turnierreisen eine Menge Unterricht. Für Gerrit Engemann, aktueller Bewohner des DTTI, war das ein Grund für den Auszug von zuhause.

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"Sport und Schule war nicht mehr vereinbar"

Der 17-Jährige Gerrit Engemann zog 2015 nach Düsseldorf ins Deutsche Tischtennisinternat.

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Bundesweit spielen etwa 150 000 Jugendliche unter 18 Jahren Tischtennis. Zehn der besten Talente  - vier Mädchen und sechs Jungs - haben den Schritt nach Düsseldorf gewagt und leben, lernen und trainieren im DTTI. Von Sonntagabend  bis Freitagmittag werden sie rund um die Uhr betreut. Knapp 300 000 Euro kostet das Internat jährlich. Ein Viertel der Kosten trägt der DTTB, die restlichen Gelder stammen von Förderern wie der Sportstiftung NRW, dem Land NRW, einigen Sponsoren oder der Stadt Düsseldorf.

Aber auch die Bewohner steuern einen Eigenanteil bei. Neben den rein sportlichen Bedingungen koordinieren die Organisationsleiterin Sonja Scholten und die pädagogische Leiterin Ildiko Imamura den Alltag. Sie treffen unter anderem Absprachen mit der Schule und sind Ansprechpartner für die Eltern und Bewohner.

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"Bin ein bisschen wie die Mama"

Ildiko Imamura über ihre Rolle in der Betreuung.

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"Aus dem Zimmer in die Halle"

Gerrit Engemann über die Vorteile des Internats

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Die größte Hürde für die jungen Talente ist oft der Spagat zwischen schulischer Ausbildung und ausreichend Training, um im Sport voranzukommen. Das DTTI kooperiert mit dem Lessing-Gymnasium, der Freiherr-Vom-Stein Realschule und der Hulda-Pankok-Gesamtschule in Düsseldorf. Die Einrichtungen sind Partnerschulen, die auf die Bedürfnisse der jungen Sportler Rücksicht nehmen.

So findet an Tagen, an denen die Tischtennisspieler Frühtraining haben, in der Schule Kunst- oder Sportunterricht statt. Aufgaben, die dort gestellt werden, können die Interntatsschüler selbständig nachholen. Auch wenn sie wegen Reisen zu Lehrgängen oder internationalen Turnieren viel Unterricht verpassen, gibt es von der Schule oder dem Internat organisierten Nachführunterricht. 

 

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"Wir holen Stoff direkt nach"

Gerrit Engemann über die Vorteile der Schulkooperation.

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Das Leben im Internat fordert den Jugendlichen alles ab. Der Tagesplan ist eng getaktet. Viel Freiraum für andere Aktivitäten ist nicht. Die jungen Athleten trainieren unter Profibedingungen. Ein Beispiel für einen normalen Tagesablauf mit Frühtraining:

06.00 Uhr - Aufstehen
06.30 Uhr - Frühstück
07.00 Uhr - Tischtennis-Training
09.00 Uhr - Ende Tischtennis-Training
10.00 Uhr - Schule
15.30 Uhr - Rückkehr aus der Schule
15.45 Uhr - Tischtennis-Training
18.00 Uhr - Ende Tischtennis-Training
18.00 Uhr - Stabilisations- und Krafttraining
19.00 Uhr - Abendessen
19.30 Uhr - Lernzeit
21.30 Uhr - Ende der Lernzeit
22.00 Uhr - Nachtruhe



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Ricardo Walther ist Profi. Er kann von seinem Sport leben. Walther hat zwei Jahre im Düsseldorfer Internat gewohnt. Heute ist er fester Bestandteil der deutschen Nationalmannschaft, spielt mit Stars wie Timo Boll oder Dimitrij Ovtcharov, der übrigens selbst auch in Düsseldorf ausgebildet wurde. Aus heutiger Sicht habe ihm die intensive Zeit im Internat sehr viel für seine Karriere gebracht, sagt Walther. Aber er erinnert sich auch an die enorme Belastung. 

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"Es waren harte Tage"

Ricardo Walther über den Tagesablauf im Internat.

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Ähnlich wie Ricardo Walther hat auch Yuan Wan die Zeit im Internat sehr geholfen. Sie hat wie Walther den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft. Und das mit gerade einmal 20 Jahren. Wan gehört zum Aufgebot der deutschen Damen für die Weltmeisterschaft 2017 in Düsseldorf. Damit hat sich für sie ein Traum erfüllt. 

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"Ich bin sehr glücklich"

Yuan Wan über ihre Träume und Ziele.

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Gerrit Engemann könnte eines der nächsten Talente sein, das den Sprung in den Erwachsenenbereich schafft. Der Lüner ist 17 Jahre jung und hat schon einige Erfolge in seinem Sport feiern können:

2017 holte er sich den Titel bei den Deutschen Jugendmeisterschaften.

2016 gewann er mit der Delegation des Düsseldorfer Lessing-Gymnasiums die Schulweltmeisterschaften. Dabei besiegte das deutsche Team im Finale China.

Außerdem hat er mehrere dritte Plätze bei Deutschen Nachwuchsmeisterschaften gewonnen.

Engemann spielt als Jugendlicher in der Herrenmannschaft des TTC GW Bad Hamm an Position 3. Mit der Mannschaft ist er in die 2. Bundesliga aufgestiegen. 

Seine Trainer trauen ihm eine große Karriere zu. Wichtig für seine Entwicklung sind auch die extrem guten Bedingungen im Deutschen Tischtenniszentrum. Neben den kurzen Wegen und der immer verfügbaren physiotherapeutischen Betreuung gehört auch die starke Trainingsgruppe dazu. 

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"In Deutschland einzigartig"

Trainer Lars Hielscher über die Trainingsgruppen im Deutschen Tischtenniszentrum.

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Seit 2006 ist Düsseldorf die Heimat des Deutschen Tischtennisinternats. Doch das Konzept, schon die besten Jugendlichen in Trainingsgruppen zu konzentrieren, ist nicht neu. Auch vor der Düsseldorfer Zeit hat es vergleichbare Modelle in anderen Städten gegeben.

So startete das erste bundesweite Tischtennisinternat 1985 in Duisburg. Mit prominenten ersten Bewohnern: Neben dem heutigen Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf waren auch Steffen Fetzner und Nicole Struse dabei. 

Zweieinhalb Jahre nach dem Start in Duisburg zog das Internat nach Heidelberg. Hier wurden unter anderem Torben Wosik, Elke Schall-Süß und später auch Christian Süß ausgebildet. Insgesamt hat es seit der Gründung vor mehr als 30 Jahren etwa 140 Internatsschüler an den verschiedenen Standorten gegeben.

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"Trainieren wie die Profis"

Trainer Lars Hielscher über die Vorteile der kurzen Wege.

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Maximale Förderung und Forderung gehören zu den Erfolgsgaranten des Tischtennisinternats. Damit die Talente nicht überfordert werden, steuert das Trainerteam die körperliche Belastung angepasst an die schulischen Anforderungen. Stecken die Jugendlichen gerade in Klausurphasen, wird das Training etwas zurückgefahren.  

Doch was passiert nach der Zeit im Internat? Viele versuchen eine Profikarriere. Sie hoffen auf den Sprung in die entsprechenden Kader, auch um weiterhin in Düsseldorf trainieren zu können. Der 17-jährige Gerrit Engemann hat sich über seine Zukunft auch schon seine Gedanken gemacht.  

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"Werde versuchen, Profi zu werden"

Talent Gerrit Engemann will in Düsseldorf bleiben.

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Bis dahin wird Gerrit Engemann weiter intensiv trainieren

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