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Federfußball

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Federfussball auf dem Spielfeld in Hagen

Eine deutsche Turnhalle in Hagen: Schwingboden mit bunten Kästen und Kreisen, spärliches Tageslicht, Sprossenwände, Frikadellen und Waffeln am Buffet. Aus dem Verstärker am Wettkampfpult knarzen Zwischenstände, Turnschuhe quietschen, Sportlern jubeln und fluchen.

So typisch die Turnhalle, so ungewöhnlich der dort ausgeübte Sport: Statt Fußball, Badminton oder Volleyball wird an diesem Wochenende eine Mischung aus all dem gespielt: Federfußball.

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Spielszenen: Hongkong vs. China

 

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David Zentarra war lange Zeit einer der besten Spieler Europas. Im September vergangenen Jahres verletzte er sich am Knie.  "Ich will im nächsten Jahr wieder einsteigen. Mein großes Ziel ist es, die Hungarian Open zu gewinnen."

So lange Zentarra ausfällt, hält sein Bruder Christopher die Fahne für das deutsche Team hoch.

David Zentarra kümmert sich derweil als Präsident des Deutschen Federfußballbundes um die Organisation der German Open.

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Nationalspieler David Zentarra erklärt den klassischen Spielzug

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Paris 1 gegen Honkong 3, Ujszasz WSE gegen den FFC Hagen – bei den German Open spielen 180 Teilnehmer aus elf Nationen.
 
Drei Tage lang schmettern und strecken, jubeln und scheitern. Die Teams aus China und Hongkong sind die Favoriten - auch wenn sie nur mit ihren Jugendmannschaften angereist sind.

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Der älteste der 180 Sportler ist der 66 Jahre alte János Fehér. Der Ungar spielt seit 25 Jahren Federfußball und hält die Tradition und den Ball hoch.

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Zur Tradition gehört auch, dass es im Federfußball kaum Fouls gibt.

Gelbe und rote Karten werden nur gezückt, wenn die Spieler die "Respekt-Rituale" nicht einhalten: Verbeugen vor dem Spiel und bei Seitenwechseln, Abklatschen danach.

Die Verbeugung ist eine Tradition aus dem Ursprungsland von Federfußball: China. Von dort hat der Hagener Peter von Rüden den Sport vor über 30 Jahren mitgebracht.

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Federfussball Pionier Peter von Rüden bei den German Open in Hagen

Peter von Rüden entdeckte den Sport auf einer China-Reise 1984. Seitdem ließ ihn der Federfußball nicht mehr los. Eine Chronik:

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1984
Auf seiner Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn entdeckt Peter von Rüden den Sport in Guangzhou/China. Kinder spielten mit älteren Menschen mit einem Federfußball im Park.

1985
Von Rüden kehrt nach China zurück. Er braucht Nachschub. Der Reisezweck: 200 Federfußbälle kaufen.

1989
Von Rüden ist sich sicher: Deutschland braucht Federfußball. Also gründet er eine Abteilung im Hagener Verein VfL Eintracht.

1990
Von Rüden veranstaltet die erste Deutsche Meisterschaft. Auch wenn der Name vielleicht etwas hochgegriffen ist - immerhin treten nur eine handvoll Teams aus Hagen und Dortmund im an.

1991
Peter von Rüden gründet den ersten offiziellen Federfußballverein in Deutschland - den FFC Hagen.




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Portrait von Peter von Rüden

"Das Miteinander war toll, das hat mich am Federfußball begeistert", schwärmt Peter von Rüden, wenn er an seine erste Begegnung mit dem Sport denkt. "Von Jung und Alt, Arm und Reich, Mädchen und Jungs - alle haben miteinander gespielt."

Heute - knapp 33 Jahre später - trägt der FFC Hagen das größte Turnier Europas aus. Was ihm das bedeutet? Peter von Rüden zeigt seine zitternden Hände.

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Wäre der Ball nicht,  könnte man auch auf die Idee kommen, man stünde im Dojo einer Karate-Schule. Füße fliegen hoch bis über das Netz. Sportler entspannen auf dem Hallenboden im Spagat.

Manchmal kaum zu verfolgen, surrt der pinke Federfußball über die Köpfe, wird kurz vor dem Aus mit der Fußspitze geangelt.

Auch wenn Federfußball laut Nationalspieler David Zentarra ein Sport für jeden ist - um wirklich gut zu werden, braucht es Beweglichkeit und Athletik.

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Etwas ulkig sehen die Schlappen schon aus: Eher nach Clownsschluffen als nach modernen Sportsneakern.
Einfaches Wildleder statt mikrotextruriertem Synthetikmesh. Simple Schnüre, flache Sohle - und irgendwie scheinen die Federfußballschuhe immer ein, zwei Nummern zu groß zu sein.

Doch die vermeintlich falsche Größe ist Absicht. Mit der überstehenden Spitze, der „Fletsche“ können die Athleten den Federball schmettern – „peitschen“ nennen sie das.

Im normalen Sportladen gibt es die Schmetterschuhe nicht. Die deutschen Athleten bestellen ihre Treter in Asien.

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