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Los geht's

Serie - Fußballberichterstattung in Deutschland

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Smartphones und das Netz haben die Medienlandschaft und das Konsumverhalten der Fußballfans in den vergangenen Jahren radikal verändert.

Diese Multimedia-Reportage beschäftigt sich diesen Veränderungen - wer mischt alles mit auf dem Markt, wo liegen die Live-Rechte und was heißt das alles für die traditionellen Medien und natürlich den Fan?

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Anfang der 1990er Jahre war die Fußballwelt von Deutschland aus noch relativ überschaubar. Ein Fernseher, ein Premiere-Abo gemeinsam mit Freunden, das Radio, eine Tageszeitung und vielleicht noch ein Magazin lieferten alle Informationen und Live-Erlebnisse.

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Erst das Internet und das Smartphone und dann Tablets haben bis 2016 die Zugangsmöglichkeiten zu Live-Fußball und Informationen rasant vervielfacht.

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Nehmen wir einen fiktiven Musterfan.

Manni Koslowski aus Essen ist glühender Anhänger von Borussia Dortmund und Ilkay Gündogan.

Deshalb will Manni täglich frische und möglichst direkte Infos zu seinem Klub sowie zu seinem Lieblingsspieler haben - und natürlich von beiden alles live und in HD im Bewegtbild sehen.


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Selbstverständlich hat der Fan von heute - also auch der fiktive Manni - nach wie vor die klassischen Möglichkeiten, sich zu informieren.

Fernsehen, Radio und Print-Medien zählen nach wie vor zu den Quellen für Sport- und Fußball-Interessierte.

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Die meiste Zeit verbringen die Menschen nach wie vor mit Fernsehen und Radio. Die tägliche Nutzung des Internets hat sich allerdings seit 2000 rasant nach oben entwickelt und die tägliche Konsumzeit deutlich erhöht.

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Natürlich hat jedes der klassischen Medien eine Online-Präsenz mit aktuellen Nachrichten, Ergebnissen, Live-Tickern, Videos und weiteren Features.

Laut einer Studie des Vermarkterzusammenschlusses "Arbeitsgemeinschaft für Online-Forschung" (AGOF) aus dem August 2016 sind 35,9 Prozent aller Online-Nutzer im stationären oder mobilen Netz unterwegs, um sich über Sportnachrichten und - ergebnisse zu informieren.


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Anders als früher mischen mittlerweile auch die Veranstalter als aktive Informationsquellen im Internet mit.

Auf die deutschen Fußball-Bundesligisten bezogen heißt das, dass auch DFB, DFL oder UEFA den Fan mit Nachrichten, Live-Tickern, Videos und Häppchen im sozialen Netz versorgen.

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Sportschau-Chef Steffen Simon zum Nachrichtendruck

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Doch nicht nur die Berichterstatter und Arbeitgeber der Spieler, sondern auch die handelnden Personen sind im Netz unterwegs.

Vom aktuellen Nationalmannschaftskader besitzt jeder Spieler mindestens ein offzielles Konto im Social Web - zumeist gepflegt von einem Medienberater oder einer Agentur.

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Sportschau-Chef Steffen Simon zum Social Web

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Die Seiten der Nationalspieler haben - auch aufgrund ihrer Internationalität - zum Teil deutlich mehr Fans als die viele der über sie berichtenden Medien.

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Manni, der fiktive BVB- und Gündogan-Fan, hat als Quellen neben den klassischen Medien die Möglichkeit, sich aus einer Vielzahl von Angeboten von allgemein bis sehr speziell  seine Informationen zu besorgen.

- Bookmarks im Netz, z.B. auf bvb.de, schwatzgelb.de (Blog), BVB-Freunde.de (Forum), sportschau.de (Vereinsseite Dortmund), bild.de

- Facebook/Twitter/Instagram-Feed mit z.B. Borussia Dortmund, Ilkay Gündogan, RevierSport, Manchester City, Nationalmannschaft, UEFA Champions League und einzelnen Medien-Threads

- Apps (je nachdem mit Push- oder Tor-Alarm): z.B. sportschau.de, Borussia Dortmund, Instagram, Snapchat, kicker

Nur eine kleine Auswahl. Manni kann sich 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag mit seinen Lieblingsthemen beschäftigen.

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Über 10 Sender oder Plattformen ist derzeit in Deutschland Live-Fußball empfangbar:

- ARD (WM, EM, ausgewählte Livespiele DFB-Pokal und Fußball-Bundesliga, Amateur-Pokal-Endspiele, Testspiele Nationalmannschaft, Frauen-Nationalmannschaft)

- ZDF (WM, EM, ausgewählte Livespiele Champions League, Testspiele Nationalmannschaft, Frauen-Nationalmannschaft)

- 3. PROGRAMME (3. Liga)

- SKY (alle Spiele Bundesliga, 2. Liga, Champions League, Europa League, DFB-Pokal)

- RTL (Qualifikationsspiele deutsche Nationalmannschaft)

- RTL Nitro (ausgewählte Spiele WM-/EM-Qualifikation)

- Sport1 (Montagsspiel 2. Liga, ausgewählte Spiele Europa League, unregelmäßig Regionalligen)

- Eurosport (Frauen-Bundesliga, ausgewählte U-Länderspiele, US-Liga MLS)

- DAZN.com (internationale Ligen u.a. Premier League, Primera Division, Serie A, Ligue 1)

- sportdigital.de (internationale Ligen, z.B. Niederlande, Portugal)

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Das Beispiel Fußball-Bundesliga zeigt, wie komplex der Markt für Bewegtbildrechte geworden ist.

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Sportschau-Chef Steffen Simon zu Folgen der Rechtelage

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Ein TV-Gerät sowie PC, Tablet oder Smartphone bräuchte Manni, um alle Spiele von Borussia Dortmund und seinem Lieblingsspieler Ilkay Gündogan aus Deutschland live und in HD zu sehen:

- ARD/ZDF (TV/Streaming - WM, EM, DFB-Pokal, Testspiele Nationalmannschaft)

- SKY (TV/Streaming - Bundesliga, Champions League, DFB-Pokal)

- RTL (TV/Streaming - Qualifikationsspiele deutsche Nationalmannschaft mit Ilkay Gündogan)

- DAZN.com (Streaming - Premier League mit Ilkay Gündogan)

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Sportschau-Chef Steffen Simon zu den Bedingungen für die Bundesliga-Sportschau

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Zusätzlich ist die Rechtelage immer spezieller geworden, gerade was die Nutzung von Fußball-Bildern angeht.

So darf die Sportschau am Samstag zum Beispiel im Internet gestreamt werden. Die Video-on-Demand-Rechte, also die Verfügbarkeit auf Abruf, liegen allerdings bei bild.de.

Im DFB-Pokal hat die ARD wiederum weitreichende Live- und On-Demand-Rechte, darf Zusammenfassungen aber erst mit einer Verzögerung am Folgetag ins Internet stellen.

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Für Sportschau-Chef Steffen Simon sind gerade in puncto Fußball die Rechtebereiche weitgehend ausgereizt.

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Mit einem Fernseher, dem Radio oder einer Zeitung ist es heute für den Fußball-Interessierten längst nicht mehr getan. Fans wie der fiktive Manni Koslowski benötigen mindstens einen PC, um an möglichst viele Informationen zu kommen. Soll das auch noch immer, überball und möglichst live sein, kommt der Sportinteressierte auch nicht mehr an einem Smartphone oder einem Tablet vorbei. Zusammen genommen erreicht die Zahl der "neuen" Endgeräte mittlerweile die Anzahl der TV-Geräte in Deutschland.

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Und das würde Manni seine Leidenschaft für Borussia Dortmund und Ilkay Gündogan kosten:

- ARD/ZDF (BL, DFB-Pokal, Nationalmannschaft): 210 Euro/Jahr Rundfunkbeitrag
- SKY (BL, CL, DFB-Pokal, HD): 399 Euro/Jahr*
- RTL-HD: 90 Euro/Jahr
- DAZN.com: 119,88 Euro/Jahr
- BVB-Internet-TV: 39,09 Euro/Jahr

SUMME: 857,97 Euro/Jahr (71,50 Euro/Monat)

Dazu kommen monatliche Kosten für Internet, Smartphone und Strom, so dass Manni ohne einen einzigen Stadionbesuch schon locker über 100 Euro im Monat für seine Leidenschaft und die Suche nach Streams, Videos und Informationen ausgeben kann.

*Angebotspreis
(alle Preise Stand: 1.12.2016)

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Wo früher der Journalist der Informationsfilter für Nachrichten und Live-Infos war, regelt das der Sport-Interessierte heute in weiten Teilen selbst.

Fans wie Manni suchen sich ihre Erstquellen mobil oder zu Hause im Netz und nutzen die klassischen Medien oft nur noch als Ergänzung oder für das Live-Ereignis.

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