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Sport im ARD-Fernsehen

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Viel Wintersport, aber kaum Tennis. 3. Fußball-Liga, aber kein Eishockey. Und im DFB-Pokal? Immer nur die Bayern! Der Sport in der ARD wird häufig kritisiert, auch für teure Rechtekäufe bei teils zwielichtigen Sportverbänden.

Wie sieht die aktuelle Sportberichterstattung aus? Wo liegen die moralischen und finanziellen Grenzen? Und wie könnte der Sport in der ARD in Zukunft aussehen?

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Axel Balkausky ist seit 2009 Sportkoordinator der ARD. Er gestaltet von München aus das Sportprogramm im Ersten - vor allem hinsichtlich der Programmplanung, des Rechteerwerbs (national und international), der internationalen Produktion sowie der Kommunikation.

Wir haben mit ihm über seine Sicht auf den Sport in der ARD gesprochen.

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Was ist Ihnen wichtig?

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky

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Fußball weckt zwar das größte Interesse, dennoch ist die Vielfalt für die ARD wichtig: Wintersport, zahlreiche Sommersportarten und auch der paralympische Sport sind im Fernsehen zu sehen.

Vor allem in "geraden" Jahren gibt es mehr Sport im Fernsehen - dann finden die Fußball-Welt- und Europameisterschaften sowie Olympische Sommer- und Winterspiele statt.

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Die ARD hat sich die Rechte für die Bundesliga von 2017 bis 2021 erneut gesichert, die Bundesliga-Sportschau am Samstag hat Bestand.

Wie alle anderen Sender, die die Bundesliga zeigen (Sky, ZDF, Sport1 und hinzu kommt Eurosport), muss auch die ARD mehr Geld dafür ausgeben.

"Man sieht, dass der Markt das hergibt", sagt Balkausky. "Aber man sieht es an den Quoten der Sportschau, dass Woche für Woche viele Kinder und junge Leute zuschauen - das hat für uns einen sehr, sehr hohen Wert." 

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Die ARD zeigt außerdem den DFB-Pokal live. Im Achtelfinale der laufenden Saison werden es die Spiele von Bayern München und Borussia Dortmund sein. "Offenkundig zahlen nur Fans dieser Vereine #GEZ. Seit Jahren immer wieder Bayern & Dortmund", schrieb uns ein User bei Twitter - stellvertretend für einige.

An den Livespielen im DFB-Pokal 2015/16 war fünf Mal der FC Bayern beteiligt, vier Mal Borussia Dortmund, zwei Mal Borussia Mönchengladbach und jeweils ein Mal der FC St. Pauli, der VfL Wolfsburg, Schalke 04, Darmstadt 98, der FC Augsburg, der VfB Stuttgart, der VfL Bochum, Hertha BSC und Werder Bremen.

"50 Prozent wollen die Bayern gewinnen sehen, 50 Prozent wollen sie verlieren sehen", erklärt Balkausky die Attraktivität der Spiele mit den Bayern. Doch vor allem eines sorgt für die Häufigkeit: Klubs wie Bayern und Dortmund bleiben meist lange im Wettbewerb vertreten - in der vergangenen Saison standen sie sich im Finale gegenüber, während Klubs wie Schalke, Köln und Mönchengladbach in den drei ersten Runden ausschieden. Zudem muss sich die ARD frühzeitig auf Spiele festlegen.

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Der Fußball bleibt im Interesse der Zuschauer mit Abstand die Nummer eins.

Die Spiele der EM 2016 sahen im Schnitt 13,65 Millionen Zuschauer, was einen Marktanteil* von 51 Prozent bedeutet.

Die Fußball-Bundesliga im Jahr 2015 in der Sportschau sahen 5,23 Millionen Menschen, was einen Marktanteil von 24,1 Prozent bedeutet.

Übrige Fußball-Livespiele (DFB-Pokal, Bundesliga, Länderspiele Männer Relegation): schauten sich 7,98 Millionen Zuschauer an - ein Marktanteil von 26,7 Prozent.


* Der Marktanteil misst, wieviele derer, die gerade fernsehen, ein bestimmtes Programm schauen.

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Zahlreiche Stunden berichtet die ARD jedes Jahr von Wintersportereignissen. Vor allem an den Wochenenden gibt es lange Sendungen mit Biathlon, Skispringen oder Abfahrtsläufen.

Ist diese breite Berichterstattung berechtigt? Ja, findet Balkausky.

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Warum so viel Wintersport?

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky

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Eine Auswertung des Wintersportangebots 2014/15 zeigt, wie beliebt die Übertragungen sind. Der Marktanteil misst, wieviele derer, die gerade fernsehen, ein bestimmtes Programm schauen.

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Die Tour de France war jahrelang fester Bestandteil der Sportberichterstattung in der ARD. Nach zahlreichen Dopingskandalen hatten sich die öffentlich-rechtlichen Sender 2012 aus der Live-Berichterstattung zurückgezogen.

2015 kehrte die Tour aber in die ARD zurück. Warum? Und mit welchem Erfolg?

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Der Radsport hat reagiert

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky

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Korruption, Vetternwirtschaft oder Doping - viele dieser Dinge prägen seit Jahren das öffentliche Bild von Verbänden wie der FIFA, dem IOC oder dem DFB.

Trotzdem steckt die ARD viel Geld aus Rundfunkbeiträgen in Übertragungsrechte von Fußball-Turnieren, der Tour de France oder Olympischen Spielen - eine Gratwanderung.

Denn die ARD setzt Ereignisse, die unter höchst fragwürdigen Verhältnissen vergeben und produziert werden, als Hochglanzprodukte in Szene. Wird ein öffentlich-rechtlicher Sender auf diese Weise ein Teil des Systems?

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Ist die ARD ein Teil des Systems?

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky

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Inhaltlich ist es ein schwerer Schlag gewesen - ARD und ZDF haben sich mit dem Rechteinhaber Discovery vorerst nicht auf Übertragungsrechte für die Olympischen Spiele von 2018 bis 2024 einigen können.

Großereignisse wie Olympische Spiele müssen im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden - nun soll das allerdings beim Privatsender Eurosport geschehen. Für die ARD war das Ende der Möglichkeiten erreicht. Die Sender sind zu einem wirtschaftlichem Umgang mit Beitragsgeldern verpflichtet.

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Olympia nicht bei ARD und ZDF?

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky

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Die Vergabe der Olympiarechte hat deutlich gemacht: Die finanziellen Mittel der ARD sind endlich, fest rechnen kann sie mit der Übertragung der Großereignisse schon lange nicht mehr.

Die Bundesliga, große Fußball-Turniere und eben Olympische Spiele werden nicht zwangsläufig auf ewig bei ARD und ZDF zu sehen sein.

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Etwas Neues wird kommen

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky

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Seit 2005 ist die DTM eine feste Konstante des Sportprogramms im Ersten. 

2005 lag der Marktanteil im Schnitt 15,2 Prozent Marktanteil, danach begannen die Quoten jedoch zu sinken. In den vergangenen drei Jahren blieben sie auf einem ähnlichen Niveau, 2016 gab es 8,1 Prozent Marktanteil.

"Die Hintergrunde und Ursachen diskutieren wir intern", sagt Balkausky. Dann werde die ARD eine Entscheidung über eine mögliche Weiterführung der Berichterstattung treffen.

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Tennis wurde früher häufig gezeigt, nun eher selten. "Steffi Graf und Boris Becker haben den Sport lange geprägt, das fehlte später im Tennis", sagt Balkausky.

Wie stark beispielsweise Angelique Kerber mit ihren Erfolgen Tennis wieder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen etablieren kann, ist für Balkausky offen.

"Wir müssen auch respektieren, dass die Rechte vergeben sind. Wir können nicht plötzlich ankommen und sagen, dass wir das zeigen wollen. So funktioniert es nicht. Aber wir werden uns genau anschauen, welche Highlights wir übertragen können."

Zuletzt zeigte die ARD auf dem Digitalkanal ONE Kerbers Spiele bei der WTA-Weltmeisterschaft in Singapur. 

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Tennis hat wie viele andere Sportarten für das Fernsehen aber ein Problem: Die zeitliche Planbarkeit. "Tennis muss an den Regeln arbeiten, denn die Planbarkeit ist zentral", sagt Balkausky.

Der Wintersport mache vor, wie man seine Wettbewerbe fernsehgerecht abstimmt. Balkausky sieht unter den Sommersportarten eine weit vorne - und fordert von den anderen zeitliche Flexibilität.

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Leichtathletik könnte gewinnen

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky

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