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Israel Cycling Academy

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Teammanager Ran Margaliot über den Weg seines Teams

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Ein Radsport-Team aus Israel. Das ist tatsächlich nicht normal. Die Israel Cycling Academy ist die erste und einzige professionelle Radsport-Mannschaft aus dem jüdischen Staat. Die Equipe ist tatsächlich dort verwurzelt.

Teammanager Ran Margaliot und die beiden Gründer des Teams, Sylvan Adams und Ron Baron, haben nicht einfach eine Lizenz gekauft und bestehende Strukturen übernommen, sondern sich gemeinsam zum Ziel gesetzt, den Radsport in Israel zu etablieren.

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Teammanager Margaliot hat sich selbst einst als Radprofi versucht. Ein Jahr fuhr er in der World Tour für das Team Saxo Bank-Tinkoff. Aber seinen Traum, als erster Israeli bei der Tour de France am Start zu stehen, konnte er nicht verwirklichen.

Darum versucht er ihn jetzt über den Umweg mit dem 2014 gegründeten Team doch noch zu realisieren, indem er den Sport in seiner Heimat aus der Nische holen will. Junge Israelis sollen über das Team zum Radsport finden.

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Teammanager Ran Margaliot über Radsport in Israel

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Es geht darum, junge Talente aus Israel, wie etwa den aktuellen israelischen Straßenmeister Roy Goldstein, in die Weltspitze zu führen. Goldstein ist 24 Jahre alt, aber er steht noch ganz am Anfang seines Profidaseins.

Der Weg in den professionellen Radsport ist nicht leicht, wenn man aus einem Land kommt, in dem dieser Sport unterentwickelt ist. Das Team bietet Goldstein nun eine Perspektive, die es vorher nicht gab.

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Roy Goldstein über die Bedeutung des Teams für israelische Talente

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Es gehört zur Philosophie des Teams, dass bei jedem Rennen immer mindestens ein Profi aus Israel mit am Start steht, um Erfahrungen zu sammeln. Die Anpassung an die Härte der Rennen auf allerhöchstem Niveau ist schwierig. Den jungen Israelis fehlen häufig die Grundlagen, die sich ihre Kollegen etwa aus Europa in jungen Jahren aneignen konnten. Weil der Radsport in Israel unterentwickelt ist, ist der Weg in die Weltspitze noch beschwerlicher.

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Roy Goldstein über die Härte der Profirennen

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Seit der Saison 2017 besitzt die Israel Cycling Academy den Status eines Pro Continental Teams. Das ist im Radsport die zweite Liga. Anders als die Top-Teams aus der World Tour ist die Mannschaft deshalb bei den großen Rennen auf Einladungen der Veranstalter angewiesen. So wie beim Amstel Gold Race im April. Dort war auch der Kanadier Guillaume Boivin mit dabei, der 2017 zum Team stieß.

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Radprofi Guillaume Boivin über die Entwicklung des Teams

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Der Start beim Giro d'Italia, der in diesem Jahr in Jerusalem beginnt, ist das bislang größte Rennen, an dem die Israel Cycling Academy teilnimmt.

Teamgründer Sylvan Adams hatte großen Anteil daran, dass die zweitwichtigste Landesrundfahrt nach der Tour de France nach Israel kommt. Damit verbunden war die Einladung für sein Team. Alleine mit israelischen Talenten könnte man dort nicht bestehen. Darum hat man vor der Saison erfahrene Profis wie den Spanier Ruben Plaza verpflichtet, der schon eine Touretappe gewinnen konnte.

Roy Goldstein gehört nicht zur achtköpfigen Giro-Mannschaft, aber mit Guy Niv und Guy Sagiv haben gleich zwei Israelis einen Platz im Kader erhalten.

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Teammanager Ran Margaliot über die Zusammensetzung des Teams

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Einen bleibenden Eindruck für die Israel Cycling Academy hinterließ der lettische Meister Krists Neilands beim Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo. Neilands' Attacke am Poggio nutzte der spätere Sieger Vincenzo Nibali, um den anderen Favoriten davonzufahren. So in etwa stellt man sich im Team auch die Auftritte beim Giro vor - nur dass man dort dann bei einer Etappe selbst einmal den Sieger stellen möchte.

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Der Start des Giro d'Italia in Israel ist von politischer Brisanz. Menschenrechtsaktivisten haben wegen der Lage der Palästinenser in Gaza und im Westjordanland gegen den Start der Rundfahrt protestiert. Die Israel Cycling Academy versteht sich deshalb auch als Friedensbotschafter.

Auf den Trikots ist auch das Logo des Peres Center for Peace zu finden. Mit dem Radsport-Team und dem Giro soll das öffentliche Bild Israels eine andere Note bekommen.

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Teammanager Ran Margaliot über Sport und Politik

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Doch die Realität ist nicht immer im Einklang mit diesen hehren Zielen. Im Dezember 2017 bat der türkische Radprofi Ahmet Örken um die Auflösung seines Vertrags bei der Israel Cycling Academy, den er erst im September unterschrieben hatte.

Grund war die Weltpolitik: Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die amerikanische Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, war in der Türkei der Druck auf Örkens Familie gestiegen. Das Team folgte schließlich dem Wunsch des Radprofis und löste den Vertrag auf.

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Teammanager Ran Margaliot über Ahmet Örken

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Der Sport neigt dazu, sein Frieden stiftendes Potenzial zu überhöhen. Wahrscheinlich ist das auch in diesem Fall so. Sportlich sind die Ziele der Israel Cycling Academy nicht minder anspruchsvoll, aber wohl eher zu realisieren. Beim Giro soll ein Etappensieg herausspringen. Und spätestens 2020 will das Team dann bei der Tour de France am Start stehen, dem wichtigsten Radrennen der Welt.

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Radprofi Guy Boivin über das Ziel Tour de France

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